Wie befestige ich Regale an der Wand?

Ein Regal an der Wand zu befestigen ist keine Raketenwissenschaft. Die zum Zusammenbau erforderlichen Werkzeuge und Beschläge befinden sich meist in der Verpackung des Möbels. Ebenso auch die Materialien zur Befestigung an der Wand.

Diese Werkzeuge werden benötigt, um ein Regal an der Wand zu befestigen:

  • Befestigungsmaterial (Schrauben, Haken, Dübel)
  • Bohrmaschine mit Hammerfunktion
  • Passende Bohrer (Steinbohrer)
  • Hammer
  • Bleistift, Zollstock und Wasserwaage

Soweit zur Therorie, auf geht’s in die Praxis!

Welche Wand habe ich da vor mir?

Die Art, wie ein Regal an der Wand befestigt werden muss, hängt maßgeblich von der Beschaffenheit der Wand ab. Je nach Wand benötigst Du auch eine andere Sorte Dübel oder Bohrer.
Aber keine Angst, denn allzu üppig sind die Auswahlmöglichkeiten da nicht.

Drei verschiedene Arten von Wänden können Dir begegnen, zu jeder Möglichkeit findest Du auf dieser Seite die passenden Tipps. Am einfachsten ist das Aufhängen in einem Neubau. Hier sind die Wände schön gerade und entweder aus Beton bzw. Stein gemauert (Außenwände), oder aus Holzplatten oder Gipskarton (Innenwände).

Mehr Infos zur Wanderkennung und zur Auswahl des richtigen Dübels bietet dieser Artikel: Den richtigen Dübel finden.

Die gemauerte Steinwand

Eine schön gemauerte Steinwand ist eigentlich der Idealfall für eine ordentliche Befestigung.

Dübel können bei einem sauber gebohrten Bohrloch gut greifen und bieten damit ausreichend Halt. Für die Steinwand wird allerdings auch ein spezieller Bohrer für Stein benötigt. Diese sind in allen Größen erhältlich, lohnenswert ist gleich ein Set mit Stein, Holz- und Metallbohrern zu kaufen – die kann man immer mal gebrauchen.

Erkennbar sind Steinbohrer an der etwas kantigen Spitze. Die Bohrerspitzen wirken optisch so, als wären sie irgendwie nachtäglich draufgeklebt worden.

Um ein passendes Bohrloch in eine Steinwand zu treiben ist auf jeden Fall eine Bohrmaschine mit Hammerfunktion erforderlich. Diese Funktion stößt den Bohrer während des Hammers schnell vor und zurück. Damit wird der Stein „vorgebröselt“ um dann weggebohrt zu werden.

Das Bohren an sich muss nicht immer schnell gehen. Bohrst Du in eine Wand aus Beton ist schon ein wenig mehr Kraft und Geduld nötig als in eine gemauerte Ziegelwand zu bohren. Wichtig ist es, dass Bohrloch nicht verlaufen zu lassen oder schief zu bohren

Bohrstaub: Der Tipp mit dem Staubsauger

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Und wo gebohrt wird, gibt es Bohrstaub. Ein gern gegebener Tipp ist es, den Bohrstaub mit dem Staubsauger gleich beim Bohrloch abzusaugen.

Eine prima Idee, bei der jeder Staubsaugerverkäufer allerdings die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. Warum das?
Beim Bohren entsteht sehr feiner Staub, der sich leider beim Runterrieseln vom Bohrloch so richtig schön an der Wand runter verteilt. Wird dieser feine Staub nun weggesaugt, jagen die kleinen Teilchen mit sehr hoher Geschwindigkeit ungebremst in das Innere des Staubsaugers.

Und die sind so schnell und klein, dass diese Teilchen durch den Staubfilter dringen können und direkt freie Flugbahn in die Technik des Staubsaugers haben. Hier können auf Dauer der Motor, oder andere Teile des Staubsaugers beschädigt werden.

Eine andere Lösung gegen den Bohrstaub

Damit sich der Schmutz nicht an der Wand verteilt, kann statt einem Staubsauger auch einfach ein Streifen Tesa in Kombination mit einem Blatt Papier verwendet werden.
Dieses Blatt Papier kann mit Hilfe des Klebestreifens nun unterhalb des Bohrloches befestigt werden und eine helfende Hand schiebt unter das Blatt Papier ein Kehrblech. So lässt sich der Bohrstaub auffangen, ohne sich an der womöglich frisch gestrichenen Wand zu verteilen.

Gipskarton oder Wände mit Hohlräumen

Bei einer Ständerwand aus Gipskarton- oder Holzplatten ist eine etwas andere Technik nötig. Der Schlagbohrer kann hier entfallen, da dieser im übelsten Fall eher noch Schaden an der Platte anrichten kann. Also die Hammerfunktion am Gerät einfach auf normales Bohren umschalten.

Auch ein Steinbohrer wird nicht benötigt, es genügt ein Holzbohrer. Holzbohrer sind erkennbar an der Zentrierspitze vorn in der Mitte des Bohrers. Damit lässt sich der Bohrer ganz vortrefflich positionieren ohne zu verrutschen.
Nun aber zum Kern des Ganzen, dem Dübel. Für die Anbringung eines Regals an eine Hohlraumwand sind spezielle Hohlraumdübel erforderlich. Diese ziehen sich beim Eindrehen der Schraube hinter der Gipskartonplatte zusammen, werden so breiter als das gebohrte Loch und klemmen sich hinter die Platte. So wird ein Durchrutschen unmöglich und die Befestigung ist gegeben.

Es gibt auch noch andere Dübel speziell für Gipskartonplatten. Diese verfügen über ein eigenes Gewinde und können in ein vorgebohrtes Loch einfach mit einem Schraubenzieher hineingedreht werden. Hierbei muss langsam vorgegangen werden, also wirklich lieber besser per Hand reindrehen und nicht den Akku-Schrauber verwenden.

Lehmwände in Altbauten

Ziemlich geil für das Raumklima sollen sie sein. Sie halten lange die Wärme nach dem Sommer und die Kühle vom Frühjahr im Haus. Tolle Sache. Zumindest solange, bis etwas an der Wand befestigt werden soll.

Und genau das ist manchmal ziemlich schwierig, denn Lehmwände bieten Dübeln längst nicht so viel Halt wie Ziegel, Beton oder Wände aus Gipskarton. Häufig kann auch hier auf die Hammerfunktion des Bohrers verzichtet werden.

 

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